Fotobearbeitung – Vom Bild zum perfekten Bild

Bevor ich auf die Details zur Fotobearbeitung eingehe, möchte ich noch Folgendes zur Bildentstehung anmerken: Viele kennen es – Knips, Klick, Klack… Schnappschuss hier, Selfie da… schnell noch einen Filter aus einer App darüber damit Gesichter glattgebügelt werden, übersättigte Farben usw…. schon ist das “Kunstwerk” fertig. 

So schnell dieses Bild angefertigt wurde, so schnell verschwindet es auch wieder in irgendeinem Dateiordner oder in den Weiten des Internets.

 

Fotobearbeitung ist im wahrsten Sinne des Wortes ein tiefgründiges Unterfangen

Wo bleiben die guten Bilder? Bilder, die erzählen. Bilder, die man stundenlang ansehen möchte. Bilder, die man an die Wand hängt oder aufstellt? Die Bilder, bei denen der Fotograf auf Motivsuche geht und sich vorher schon Gedanken macht: Landschaftspanorama? Makro? Porträt? Beauty? Der Fotograf, welcher den bestmöglichen Bildausschnitt wählt, die Belichtung berücksichtigt und korrigiert. Der mit der Tiefenschärfe und der Belichtungszeit spielt. Der Fotograf, der das Bild inszeniert, gestaltet und “erschaffend” tätig ist?

Obendrein spielen viele weitere Kriterien eine wichtige Rolle: Welche Aussage soll ein Bild vermitteln? Welche Gedanken, Gefühle, Visionen oder Ideen sollen dem Betrachter entgegengebracht werden? Soll die Ästhetik angesprochen werden oder nur zur Unterhaltung dienen?

Fast immer erreicht ein Bild den Betrachter auf emotionaler Ebene. Und um diese Ebene zu erreichen, bedarf es der fotografischen Gestaltung, des technischen Know-how’s und der späteren Bearbeitung und Look-Umsetzung eines Bildes. All das ist vergleichbar mit der früheren Entwicklung eines Negativbildes, das ebenso in unterschiedlichen Prozess-Schritten bearbeitet wurde. Nur hatte man damals in der Nachbearbeitung nicht die kreativen Möglichkeiten wie heutzutage.

 

Ein anderer Prozess der Fotobearbeitung wäre, störende Bildelemente zu entfernen: Das können Blendenflecke sein, ein störendes Element im Hintergrund, ein Pickel oder Fältchen und Poren. Es können außerdem Farben intensiviert oder geändert werden. Genauso ist es möglich, diverse Stellen scharf oder Fotobereiche weich zu zeichnen. Wenn es gewünscht ist, kann ein Bild auch in eine Schwarz-Weiß-Variante umgewandelt werden und darüber hinaus können alte Bilder “repariert” werden.

In der Unendlichkeit der Bildbearbeitung folgen spannende Geschichten wie beispielsweise die Freistellung eines Motives um es in ein anderes Bild einzupassen. Weitere Möglichkeiten sind der Austausch von Hintergründen, Veränderungen von Augenfarben, die Korrektur oder das Einfügen einer Perspektive bis hin zu Erschaffung von Fantasiewerken.

Wie man aus einer “Roh”-Datei ein perfektes Bild entwickelt

Bei der Bildentwicklung wird mit Raw-Daten (Roh-Daten) gearbeitet. Das sind die ersten Daten, die eine Kamera unbearbeitet auf dem Chip erfasst. Man bezeichnet diese auch als “digitales Negativ”. Bilder im Raw-Format enthalten zwar alle RGB-Farben, werden aber nach der A/D-Wandlung nicht in einen Arbeitsfarbraum konvertiert. Somit sind die direkten Helligkeitsinformationen noch enthalten. Somit ist auch jeder Kanal einen eigenes Graustufenbild. Raw-Dateien unterliegen keinem  Standard.

Beim ersten Öffnen einer Raw-Datei beginnt ein Entwicklungsprozess – und das Ergebnis hängt maßgeblich von einer hochwertigen Software sowie dem Anwender der Software ab.

Was bei der Bildentwicklung zu tun ist

Zur Raw-Entwicklung gehören unter anderem die folgenden Arbeitsschritte, mit denen ich das Bild exakt auf den Punkt optimiere:

  • Objektivprofilkorrektur
  • Geradeausrichtung eines Bildes
  • Weißabgleich
  • Belichtung
  • Kontrast
  • Temperatur
  • Tonung
  • Lichter
  • Tiefen
  • Sättigung
  • Bildausschnitt / Goldener Schnitt
  • und vieles, vieles mehr…

Welche Bildformate sich für eine professionelle Entwicklung nicht so gut eignen

Zwar läßt sich auch aus .jpg-Dateien (Abkürzung für Joint Photographic Experts Group) noch einiges rausholen – da sich diese Dateiart aber schon in einem komprimierten Status befindet, sind die Möglichkeiten hier eingeschränkter. .jpg-Dateien sind immer verlustbehaftet und der Verlust wird bei jeder neuen Speicherung größer. Dieses Dateiformat dient zur Präsentation im Internet, E-Mail Versand und zur Einbindung in Dokumente (PDF’s).

Wenn die Raw-Entwicklung durchgeführt wurde, gilt es nun, sich der genauen Betrachtung des Bildes zu widmen und eventuell störende Elemente oder Bereiche durch die Bildretusche zu korrigieren… den irgendwas stört ja immer 😉